Geschäftsführer
FORMARE GmbH
Viele Menschen überlegen sich, ob ein Terrassen Holzboden wirklich das Richtige für sie ist. Vielleicht geht es Ihnen ähnlich.
Die natürliche Optik begeistert, das Barfussgefühl überzeugt und die Beispiele in Magazinen oder Online-Galerien sehen oft traumhaft aus. Gleichzeitig tauchen Fragen auf.
Nach über zwanzig Jahren Erfahrung mit Holzterrassen haben wir gelernt, dass böse Überraschungen vermeidbar sind. Denn wie jedes Produkt hat auch Holz einzelne Nachteile. Wer diese jedoch kennt und weiss, wie sich Holz im Aussenbereich verhält, kann dies bereits bei der Planung berücksichtigen. Mit der richtigen Materialwahl und einer professionellen Unterkonstruktion können die natürlichen Nachteile von Holz nämlich deutlich verringert oder gar komplett eliminiert werden.
Doch alles der Reihe nach. In diesem Artikel sprechen wir über alle Nachteile von Holzterrassen sowie mögliche Lösungsansätze, um diese in Schach zu halten: offen, verständlich und aus der Perspektive eines Unternehmens, das schon mehrere Hundert Holzterrassen geplant sowie gebaut hat und auch gesehen hat, was mit den jeweiligen Terrassen nach fünf, zehn oder fünfzehn Jahren passiert ist.
Holz ist ein lebendiger Werkstoff. Es nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Wenn es regnet, quillt es leicht. In trockenen Perioden schwindet es. Dieser Prozess findet ständig statt, auch wenn man ihn nicht bewusst wahrnimmt. Die Bewegung selbst ist minimal, aber auf die Dauer setzt dieser Zyklus dem Holz zu.
In der Praxis bedeutet das:
Diese Eigenheiten deuten nicht auf einen Fehler, sondern die natürliche Eigenschaften von Holz hin. Wichtig zu wissen ist: Wie stark Holz «arbeitet», hängt von mehreren Faktoren ab.

Bild: Wie stark Holz quillt oder schwindet, ist mitunter abhängig von der Holzart. Terrassen aus Lärchenholz (siehe Bild) arbeiten erfahrungsgemäss etwas stärker als andere Holzarten.
Grundsätzlich ist das Quell- und Schwindverhalten der einzelnen Holzarten sehr unterschiedlich. Lärchen- und Douglasienholz bewegen sich eher stärker. Ipe oder Sipo-Holz verziehen sich hingegen weniger. Modifizierte Holzprodukte wie Accoya gehören zu den formstabilsten Terrassenmaterialien und verziehen sich nahezu gar nicht.
Doch die Holzart allein ist noch kein Garantieschein dafür, dass die Terrassendielen über die Jahre ihre Form behalten. Das Schwind- und Quellverhalten ist abhängig davon, wie die Jahrringe in den einzelnen Dielen verlaufen. In der Holzbranche wird Holz aus diesem Grund in verschiedenen Varianten eingesägt. Damit ist es möglich, aus einem Baumstamm unterschiedliche Brett-Qualitäten zu sägen.
Gerne erklären wir Ihnen dies im Detail: Im Sägewerk wird ein Baumstamm z.B. mit einer Gattersäge aufgesägt. Dabei wird der Holzstamm in mehrere Bretter unterteilt. Die Holzqualität der Bretter aus dem äusseren Stammbereich wird tangential genannt. Die Qualität der Bretter im mittleren Bereich wird Halbrift genannt, während die schönsten Bretter, geschnitten aus der Stammmitte, als Rift-Holz bezeichnet werden.
Die untenstehende Grafik visualisiert das ganze eindrücklich. Mit etwas Mehraufwand und oder einer Blockbandsäge ist es aber auch möglich, aus einem Stamm mehr «schöne» Bretter zu sägen.

Bild: Beim Zerteilen eines Baumstamms in mehrere Bretter entstehen je nach Stammbereich unterschiedliche Brettqualitäten (Tangential, Halbrift oder Rift).
Die vom Stamm geschnittenen Bretter werden später nochmals längs geschnitten und gehobelt. So entstehen die einzelnen Terrassendielen. Während die Jahrringe bei den Terrassendielen in Rift-Qualität nahezu senkrecht verlaufen, verlaufen die Jahrringe bei Halbrift-Dielen ca. 45°. Bei Tangential verlaufen diese noch flacher, ca. um die 30° (siehe Bild).
Dieser sehr unterschiedliche Jahrringverlauf der einzelnen Dielen wirkt sich stark auf die Masshaltigkeit aus. Während Rift-Bretter am formstabilsten sind, neigen Dielen in Tangential-Qualität deutlich stärker zu Verwerfungen.
Zugegeben: Als Laie ist es äusserst anspruchsvoll abzuschätzen, wie der Jahrringverlauf der einzelnen Bretter ist – zumal bei einer Terrasse oftmals auch gemischte Qualitäten verbaut werden. Mischqualitäten deuten aber ebenfalls auf geringere Qualität hin, weil damit einfach die Sortierung ausgelassen wird.
Als Faustregel gilt: Umso teurer das Holz, um so qualitativer ist es und umso eher ist es aus den besten Stücken des Stammes geschnitten.
Übrigens: Bei nicht modifizierten Massivholzterrassen verbauen wir aufgrund der eben beschriebenen Thematik ausschliesslich Holz in Rift- oder Halbrift-Qualität.
Ein weiteres grosses Thema ist die Unterkonstruktion. Dies ist die Konstruktion, auf welcher die sichtbaren Terrassendielen geschraubt werden. Die Problemzonen sind vielfältig: Eine zu geringe Hinterlüftung, Staunässe oder zu wenig Gefälle. Alle diese Themen begünstigen eine zentrale Herausforderung bei Holzterrassen: Feuchtigkeit.

Bild: Feuchtigkeit durch Regen oder Nebel ist in der Regel kein Problem für Terrassendielen. Viel problematischer ist Staunässe im Bereich der Unterkonstruktion.
Feuchtigkeit durch Regen oder Nebel ist grundsätzlich kein Problem für die Dielen. Sind diese jedoch zu wenig hinterlüftet, gibt es Staunässe unter dem Holzdeck oder kann Wasser nicht abfliessen: Dann wird das Trocknen der Dielen eindeutig erschwert. Dies hat zur Folge, dass die Dielen (zumindest unterhalb der sichtbaren Fläche) fast permanent nass sind oder einer sehr hohen Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Und was passiert, wenn die Dielen auf der Oberfläche trocken und darunter nass sind? Das Resultat liegt auf der Hand: Eine rasche Alterung sowie Verwerfungen werden begünstigt.
Gut zu wissen: Das eben beschriebene Szenario trifft auf nicht optimal konstruierte Terrassen zu. Bei einer durchdachten und qualitativen Unterkonstruktion ist dies nicht der Fall. Doch schauen wir uns als nächstes ein weiteres Thema an, welches verständlicherweise vor einer Holzterrasse abschrecken kann. Das Thema Unterkonstruktion werden wir später noch ausführlicher behandeln.
Viele Menschen verbinden Holzterrassen automatisch mit Splittern. Das stimmt jedoch nicht. Die Splitterneigung ist nämlich sehr stark abhängig vom gewählten Holzprodukt.
Die Holzarten Lärche, Douglasie oder Ipé können im Laufe der Zeit Splitter bilden. Das liegt primär am Faseraufbau und an der Art, wie das Holz trocknet und auf Witterung reagiert. Besonders das sehr harte Ipé-Holz ist bekannt dafür, dass sich über die Jahre sehr feine Splitter bilden können, die umso schmerzhafter und zugleich mühsamer zum Entfernen sind.

Holzterrassen in Ipé haben ein erhöhtes Risiko für die Bildung von ganz feinen Splittern.
Sipo neigt hingegen deutlich weniger zu Splitterbildung. Modifizierte Hölzer wie Accoya sind sogar praktisch splitterfrei. Das ist einer der Gründe, weshalb viele Kunden mit einem vorausschauenden Blick genau zu diesen Produkten greifen.
Gut zu wissen: Splitter entstehen meist erst nach mehreren Jahren. Ein neuer Boden, der keine Splitter aufweist, ist also längst kein Garant für ein langfristig splitterfreies Terrassenerlebnis.
Schauen wir uns in einem nächsten Schritt noch zwei ästhetische Themen an.
Holz, das der Witterung ausgesetzt ist, wird stark beansprucht. Temperaturwechsel, UV-Strahlung und Feuchtigkeit führen durch das bereits angesprochene, natürliche Schwind- und Quellverhalten von Holz über die Jahre zu kleinen Rissen. Insbesondere im Bereich des Stirnholzes können Anrisse auftreten. Auch kurze Risse entlang der Bretter sind möglich. Sehr lange Risse oder Aufspaltungen kommen hingegen oftmals nur bei Hölzern vor, die nur bedingt für den Einsatz als Holzterrasse geeignet sind.
Darüber hinaus ist wiederum Feuchtigkeit zu einem entscheidenden Anteil dafür verantwortlich, ob sich Risse bilden oder nicht. Holzdielen, welche aufgrund einer durchdachten Unterkonstruktion nach Regenperioden gut abtrocknen können, neigen in der Regel weniger zu Rissen.
Schauen wir uns noch ein weiteres, viel besprochenes Thema an.
Sobald ein Terrassenholz UV-Licht und der Witterung ausgesetzt ist, beginnt es zu vergrauen. Dieser Vorgang ist normal. Viele Kunden mögen die dadurch entstehende, natürliche graue Patina sogar. Andere möchten die ursprüngliche Farbe einer Holzterrasse bewahren. Dann gilt es die Oberfläche mit einem entsprechenden Anstrich zu behandeln.

Bild: Diese Holzterrasse ist unbehandelt und vergraute durch die Witterung gleichmässig.
Doch nicht immer verläuft die Vergrauung gleichmässig. Insbesondere wenn ein Teil der Terrasse aufgrund von Bäumen oder Gebäuden mehr beschattet ist als andere, kann die Vergrauung unterschiedlich lange dauern. Gleiches gilt für teilüberdachte Terrassenböden. Ist ein Teil der Terrasse überdacht, wird dieser natürlich wesentlich langsamer vergrauen als der bewitterte Rest der Terrasse.

Bild: Bei teilbeschatteten / teilüberdachten Terrassen kann die Verwitterung unterschiedlich verlaufen.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, um mit der Vergrauung des Holzes umzugehen:
Viele Kunden entscheiden sich heute für eine der beiden letzten Varianten, weil diese langfristig pflegeleichter sind. Das leitet gleich zum nächsten Abschnitt über.

Bild: Dieser Terrassenboden aus Holz wurde in Accoya Color Grey gefertigt. Der Boden ist komplett grau durchgefärbt. Die Terrasse ist somit vom ersten Tag an gleichmässig grau.
Ein Terrassen Holzboden braucht Pflege – aber deutlich weniger, als viele vermuten. Die Art des Aufwands hängt insbesondere davon ab, ob die Terrasse behandelt wird oder natürlich vergrauen darf.
Nachfolgend sind für die verschiedenen Varianten die Pflegeaufwände ersichtlich.
Vergleicht man Holz mit Stein oder WPC, so zeigt sich, dass auch andere Beläge Pflege benötigen – einfach in anderer Form. Steinflächen werden beispielsweise oft ebenfalls jährlich gereinigt. Dies passiert jedoch in der Regel mit dem Hochdruckreiniger. Aber auch WPC-Terrassendielen gilt es ebenfalls regelmässig von Algen und Schmutz zu befreien.
Der letzte Nachteil liegt bei einem unterschätzten Risikofaktor, genauer gesagt bei der Unterkonstruktion, die wir eingangs bereits erwähnt haben. Die Unterkonstruktion ist massgeblich daran beteiligt, ob ein Terrassen Holzboden über eine lange Dauer Freude bereitet oder schon nach wenigen Jahren Probleme verursacht. Vielleicht denken Sie jetzt, dass dies kein richtiger Nachteil ist. Damit haben Sie Recht. Und trotzdem: Für Sie als Eigentümer ist es während der Auftragsvergabe oder auch noch bei der Montage äusserst schwer abzuschätzen, wie qualitativ die gewählte Unterkonstruktion später sein wird. Jeder Terrassenbauer wird Ihnen mitteilen, dass die Unterkonstruktion «qualitativ» und «ausreichend» konstruiert sein wird.

Bild: Die Entwässerung ist bei Unterkonstruktionen von entscheidender Bedeutung. In vielen Gärten kommt sickerfähiger Splittbeton zum Einsatz, damit Wasser gut ablaufen kann.
Unsere Erfahrung zeigt leider, dass dies in der Praxis jedoch oft nicht der Fall ist. Und zugegeben: Auch wir mussten vor fünfzehn oder zwanzig Jahren teures Lehrgeld bezahlen und lernen, dass nicht jede Unterkonstruktionslösung das taugt, was sie verspricht.
Nachfolgend haben wir einige Fehler zusammengefasst, welche wir in der Praxis hinsichtlich mangelhafter Unterkonstruktionen schon oft angetroffen haben.
Das gemeine an allen diesen Fehlern ist folgendes: Sie werden einer Offerte eines Terrassenbauers – abgesehen vom Konstruktionsholz – wohl kaum entnehmen können, was gegen diese gängigen Probleme oder Fehler konstruktiv unternommen wurde.
Denn genau hier wird in der Praxis leider oft gespart. Dies passiert vielleicht gar nicht absichtlich und aus Unwissenheit oder mangelnder Erfahrung, aber in jedem Fall kommen diese Fehler Sie als Bauherrschaft später teuer zu stehen.
Spätestens bei der Unterkonstruktion trennt sich die Qualität einer professionellen Terrasse von einer, die nach wenigen Jahren Probleme entwickelt. Unsere Erfahrung ist die nachfolgende: Ein qualitativ hochwertiger Terrassen Holzboden mit einer hervorragenden Unterkonstruktion ist selten die günstigste Lösung bei der Anschaffung, aber oft die günstigste über die gesamte Lebensdauer.
Sie denken sich jetzt vielleicht, dass dies doch nicht sein kann und die Unterschiede in der Praxis nicht so weit auseinanderklaffen. Dem ist aber leider so.
Nicht selten haben wir Absagen für Aufträge erhalten, weil unser Angebot scheinbar «wesentlich teurer als das Angebot der Konkurrenz» war. Und doch kam dann ein paar Jahre nach dem Einbau das Telefonat dieses Kunden oder Architekten mit der Anfrage für eine Reparatur oder gar den Ersatzbau der Holzterrasse. Und dies nur, weil das scheinbar auf den ersten Blick so günstige Angebot in der Praxis doch nicht ganz hält, was versprochen wurde. Ärgerlich, nicht wahr?
Eine solche Situation wünschen wir keinem Kunden, da sie oft mit erheblichen Mehraufwand und nicht selten auch mit viel Ärger, Frust und Enttäuschung einhergeht. Prüfen Sie deshalb den Punkt der Unterkonstruktion beim Kauf einer Terrasse ganz besonders. Wir haben gute Erfahrungen mit Unterkonstruktionen aus Accoya Holz gemacht, da der Hersteller hier 50 Jahre Garantie gibt, sofern das Holz keinen Erdkontakt hat.
Und was die Konstruktion angeht: Vielleicht erlaubt Ihnen ja der Terrassenbauer, dass Sie Referenzobjekte, die bereits ein paar Jahre alt sind, vor Ort besichtigen dürfen. Wer als Anbieter kein Problem hat, eine alternde Terrassenanlage als Referenz zu zeigen, verbaut mit grosser Wahrscheinlichkeit gute Qualität.

Bild: Durchdacht konstruiert und mit langlebigem Holz ausgestattet macht eine Holzterrasse über Jahrzehnte Freude.
Nachfolgend sind die wichtigsten Nachteile nochmals zusammengefasst. Diese sind jedoch stark von der gewählten Holzart und der Konstruktionslösung abhängig.
Die gute Nachricht ist: Für jeden Nachteil gibt es eine passende Lösung, damit ihr Terrassen Holzboden dann eben doch (fast) keine Nachteile mehr hat!
Wir wollen in diesem Artikel ehrlich zu Ihnen sein. Holz hat auch Nachteile. Das gehört zur Wahrheit dazu. Doch die meisten davon sind kein wirkliches Hindernis, wenn man weiss, was man dagegen tun kann.
Wir hoffen, Ihnen mit unseren Informationen zu den Nachteilen und möglichen Lösungen aufgezeigt zu haben, auf was es bei einer Holzterrasse ankommt.
Wenn Sie Fragen zu Ihrem eigenen Terrassenprojekt haben oder Unterstützung bei der Wahl des passenden Materials oder den Nachteilen benötigen, beraten wir Sie gerne persönlich.
Mit über zwanzig Jahren Erfahrung und Hunderten realisierten Projekten können die Mitarbeitenden unseres Familienunternehmens gut einschätzen, welche Lösung zu Ihren Bedürfnissen langfristig am besten passt.
Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf und schildern Sie uns Ihr Vorhaben. Wir begleiten Sie von der ersten Idee bis zur fertigen Terrasse.

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