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Terrassen Unterkonstruktion: Die 7 goldenen Regeln

"Die anfangs so edel aussehende Holzterrasse wird nach einigen Jahren teilweise morsch. Und bei genauerem Hinschauen fällt auf, dass die Unterkonstruktion bereits stark verfault!" 

Das sollte definitiv nicht vorkommen. Und doch kommt es in der Praxis häufiger vor, als man denkt. Denn die Terrassen-Unterkonstruktion wird oftmals noch mehr strapaziert, als der eigentliche Bodenbelag - zumindest was die Feuchtigkeit anbelangt. Genau deshalb ist es unabdingbar, dass die Unterkonstruktion der Terrasse robust und langlebig konzipiert wird. 

Nachfolgend finden Sie entsprechend die 7 goldenen Regeln rund um das Thema Terrassen  Unterkonstruktion. Ausserdem gibt es auch einige Tipps, wie mit einer durchdachten Unterkonstruktion die Lebensdauer der Terrassendielen maximiert werden kann. 


Belastbarer Untergrund für die Unterkonstruktion

Jede Unterkonstruktion sollte auf einem guten, belastbaren Untergrund montiert werden. Dabei unterscheiden wir primär zwischen zwei verschiedenen Untergründen.

Solider Untergrund (z.B. Beton, Splittbeton)

Ist bereits ein solider Untergrund wie Beton, Splittbeton oder in Form von Pflastersteinen  vorhanden, kann die Unterkonstruktion oftmals direkt darauf platziert werden. Bei natürlichen Untergründen sieht das ganze etwas anders aus.

Natürlicher Untergrund (z.B. Rasen, Naturboden)

Ist eine Holzterrasse an einem Platz erwünscht, wo heute noch ein Stück Rasen ist, gilt es den Untergrund anzupassen. 

Die beste Variante ist die Umsetzung einer Splittbetonplanie, welche wir immer empfehlen. Diese Lösung ist mit Abstand die Langlebigste und bietet der Terrasse einen stabilen, sowie unkrautfreien Untergrund.

Heimwerker wählen in der Regel eine etwas einfachere Variante: Zuerst entfernen sie die oberste Schicht des Rasens. Wie dick diese Schicht ist, muss individuell beurteilt werden. Im Anschluss wird das Erdreich mit einer Rüttelplatte verdichtet, damit es sich später nicht mehr oder nur noch geringfügig setzen wird. Je nach Untergrund setzen einige auf ein Betonstreifen-Fundament, um der Terrassen-Unterkonstruktion einen tragfähigeren Untergrund bieten zu können. Der Naturboden wird zudem mit einem Unkrautvlies abgedeckt, um späterem Unkrautwachstum in den Fugen der Terrassendielen vorzubeugen.

Egal wie der Untergrund umgesetzt wird. Er sollte in jedem Fall eine gute Entwässerung bieten. Hierbei gilt es zwei Punkte zu beachten.


Eine optimale Entwässerung und keine Staunässe

Drainage

Der Untergrund, auf welchem die Unterkonstruktion liegt, sollte Wasser gut versickern lassen. Sollte dies nicht der Fall sein, kann der zu feuchte Boden später die Lebensdauer der Unterkonstruktion und der Terrasse verkürzen. Falls notwendig sollten Sie darüber nachdenken eine Drainage zu bauen, damit der Untergrund auch nach Regenperioden rasch abtrocknen kann.

Staunässe

Die (hölzerne) Unterkonstruktion wie beispielsweise Vierkant-Holzbalken dürfen zudem in keinem Fall direkt auf den Untergrund gelegt werden, da sich sonst bei Regen entlang der Balken Staunässe bilden kann. Die Lebensdauer der Vierkant-Holzbalken würde somit stark verkürzt.

Alternativ empfehlen wir Stelzfüsse (auch Stelzlager genannt) zu verwenden. Diese sind in der Regel aus Kunststoff und sind somit feuchtigkeitsbeständig. Ausserdem verfügen Stelzfüsse über eine Drehmechanik, sodass die Höhe des Fusses eingestellt werden kann. Dadurch kann das Niveau und das Gefälle optimal eingestellt werden. 


Ein Gefälle gefällt

Eine Terrasse, genauer gesagt deren Untergrund sollte immer etwas Gefälle haben, damit das Regenwasser ablaufen kann und keine Staunässe entsteht. Dadurch können die Dielen und die Unterkonstruktion rasch trocknen, was eine lange Lebensdauer der Materialien begünstigt.

Das Gefälle des Untergrunds sollte rund 2% bis 2.5% aufweisen und vom Gebäude weg verlaufen. 

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Das richtige Material für die Unterkonstruktion

Die Wahl des Materials hat einen grossen Einfluss darauf, wie langlebig eine Unterkonstruktion ist. Das Material der Unterkonstruktion muss nicht zwingend gleich sein,  wie das Material der Terrasse selbst. Grundsätzlich gilt aber, dass das ausgewählte Unterkonstruktionsmaterial mindestens dieselbe Haltbarkeit aufweist, wie das Material der Terrasse.

Holz

Wer nicht nur einen natürlichen Bodenbelag, sondern auch eine natürliche Unterkonstruktion wünscht, für den ist Holz die richtige Wahl. Aufgrund des feuchten Milieus sollte die Unterkonstruktion jedoch aus einem langlebigen Holz sein. In unserer Schreinerei verwenden wir oftmals das Holzprodukt Accoya. Von der Verwendung von Lärche oder Douglasie raten wir für die Unterkonstruktion grundsätzlich ab.

Echtholzalternativen

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Echtholzalternativen auf dem Markt. Zu den bekanntesten gehören wohl WPC und Millboard-Terrassen. Für solche Terrassendielen sind oftmals auch spezielle Unterkonstruktions-Produkte erhältlich. Für Millboard-Terrassen verwenden wir beispielsweise ebenfalls die zum System passendne Plas-Pro Leisten für die Umsetzung der Unterkonstruktion. 

Aluminium oder verzinkter Stahl

Unterkonstruktionen aus Aluminium oder aus verzinktem Stahl sind wesentlich langlebiger als solche aus Holz. Denn Feuchtigkeit und Wasser können diesen Unterkonstruktionen nichts anhaben. Dafür sind diese Materialien etwas teurer als der Rohstoff Holz und lassen sich weniger leicht bearbeiten.


Viel zu oft unterschätzt: Die Belüftung / Hinterlüftung 

Damit die Terrassendielen nach Regenfällen rasch trocknen können, ist es wichtig, dass diese ausreichend belüftet sind. Denn je weniger Luft hinter den Dielen zirkulieren kann und desto näher diese am ohnehin stets von Feuchtigkeit geprägten Erdreich sind, umso schneller entwickeln sich in diesem Milieu Pilze und Schimmel, die den Zerfall des Holzes begünstigen. 

Wir empfehlen, hinter den Dielen mindestens 25 Millimeter (2.5 Zentimeter) Raum zu lassen, um diesem Problem entgegenzuwirken. Die Zwischenräume sollten freibleiben und keinesfalls mit Kies, Sand, o.Ä. aufgefüllt werden. 

Die Hinterlüftung der Terrassendielen bedingen natürlich eine gewisse Mindest-Aufbauhöhe der Terrasse. Ist diese aufgrund von beispielsweise einer Türschwelle nicht möglich, sollte der geringeren Hinterlüftung Rechnung getragen werden. In diesem Fall sollte die Terrassen Unterkonstruktion beispielsweise mit einer Echtholzalternative oder Aluminium realisiert werden.

Holzterrassen Unterkonstruktion

Bild: Die Terrassen Unterkonstruktion für solche Projekte realisieren wir vorzugsweise in verzinktem Stahl.


Optimale Fugenabstände

Das Thema Fugenabstände knüpft nahtlos am Thema Belüftung / Hinterlüftung an. Auch zwischen den Dielen sollte ein gewisser Abstand für Luftzirkulation sorgen. Hier gilt es zu beachten, dass je nach verwendeter Holzart die Dielen später ohnehin noch quellen oder schwinden. Bei zu geringem Fugenabstand kann dieses Verhalten die Fugen gar verschliessen. Dies gilt es in jedem Fall zu vermeiden.

Falls die Holzterrasse direkt an der Hauswand / Fassade anliegt, empfehlen wir auch dort einen Abstand zu lassen. 


Art der Befestigung

Die richtige Befestigungsmethode der Dielen unterstützt zudem ebenfalls die Lebensdauer einer Holzterrasse. Viele Heimwerker befestigen Ihre Terrassendielen an der Unterkonstruktion mit Hilfe von Schrauben von oben. Dies ist zweifellos eine einfache und zweckmässige Lösung. Der Nachteil dieser sichtbaren Verschraubung liegt darin, dass im Bereich der Schraubenköpfe Feuchtigkeit einfacher ins Brett eindringen kann, als wenn die Terrassendielen von unten (an einer geschützten Stelle) festgeschraubt werden. Den dafür notwendigen Mehraufwand nehmen wir zu Gunsten einer längeren Lebensdauer gerne in Kauf. Unsere Variante, die Terrassen von unten zu Verschrauben sieht erst noch hochwertiger aus.


Terrassen Unterkonstruktion: Alles klar geworden?

Wir hoffen, dass Ihnen mit diesem Artikel das anspruchsvolle Thema rund um das Bauen einer Terrassen Unterkonstruktion etwas klarer geworden ist. 

Gerne empfehlen wir Ihnen auch unsere weiteren Ratgeber-Artikel zum Thema Holz, Holzterrasse, dem Wunderholz Accoya oder auch die Artikel zum Thema Sichtschutzwände.

Falls Sie Fragen haben, oder ein konkretes Projekt im Bereich Terrassenbau planen: Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren! Wir unterstützen Sie gerne beim Verlegen von Terrassendielen und freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme (hier geht es zum Kontakt).

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Empfohlener Experte

Werner Zemp
Geschäftsführer 
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