Accoya: Das Terrassen-Holz der Zukunft

Langlebig und masshaltend sollte sie sein, die neue Holz-Terrasse. Doch so schön diese beiden Schlüsseleigenschaften auch klingen mögen, so einfach ist es mit Produkten natürlicher Herkunft dann doch nicht. Denn alles biologisch entstandene verändert sich mit der Zeit - so auch wir Menschen. Doch dieses Naturgesetzt stellt ein Niederländischer Hersteller auf den Kopf. Mit Accoya hält ein Holz-Produkt Einzug, das natürlich entstanden ist und doch eine aussergewöhnliche Leistungsfähigkeit aufweist. Was genau dahinter steckt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Blog-Beitrag.


Was ist Accoya für ein Produkt?

Wer dachte, mit Accoya habe man irgendwo im nirgendwo unseres Planeten eine Wunder-Holzart entdeckt, die sich für Holz-Terrassen bestens eignet, den müssen wir leider enttäuschen. Accoya ist keine Holzart, sondern ein - in einem besonderem Verfahren modifiziertes - Holzprodukt. Als Rohmaterial für Accoya dient eine schnell nachwachsende Kiefer-Art, genauer gesagt die Radiata-Kiefer. Sie wächst beispielsweise in Wäldern in Neuseeland und erreicht bereits in den ersten 25 Jahren ihre nutzbare Grösse, bei welcher sie geschlagen werden kann. Bis dahin scheint also alles sehr unspektakulär, ausser dass diese Kiefernart in reichlichen Mengen vorhanden ist und schnell nachwächst. 


Eignet sich die rohe Radiata-Kiefer für Holz-Terrasen?

Die Grundeigenschaft dieser Kiefer ist ähnlich wie bei anderen gängigen Holzarten. Auch in dieser Holz-Art sind natürliche Hydroxylgruppen im Holz vorhanden. Diese ziehen Wasser an, sind also hydrophil. Dadurch, dass die Hydroylgruppen Wasser anziehen, quillt die Holz-Zellulose an. Sobald diese Trocknen, schrumpft die Zellulose wieder. Ist das Kiefern-Holz beispielsweise als Terrasse der Witterung ausgesetzt, wird dieses quellen und schwinden. Dadurch wird sie über die Jahre auch anfällig für Rissbildungen, Spaltbildungen und Verwerfungen. Das Geheimnis von extrem langlebigen Accoya-Holz muss also sonst wo liegen.


Das Geheimnis von Accoya

Damit eine Kiefer zu langlebigem Accoya wird, muss sie ein Verfahren namens Accetylierung durchlaufen. Dabei wird das Holz mit Essigsäureanhydrid behandelt. Durch den Prozess erhöht sich im Holz die Menge der feuchtigkeitsbeständigen Acetylgruppen. Das fertig accetylierte Holz enthält also mehr Acetylgruppen und weniger Hydroxylgruppen. 

Durch dieses Verfahren wird die nicht besonders langlebige Radiata-Fichte zu Accoya, einem modifizierten Holzprodukt mit grossartiger Dimensionsstabilität und Haltbarkeit. Und dies schlicht einfach aus dem Grund, dass Accoya weniger Wasser aufnehmen und abgeben kann als eine nicht behandelte Radiata-Kiefer.

Übrigens: Bevor das Ursprungsholz, die Kiefer dieses Verfahren durchlaufen kann, muss sie zuerst getrocknet werden. Weil das Essigsäureanhydrid mit dem im Holz gespeicherten Wasser und den Hydoxylgruppen reagiert, ist es wichtig, dass das Holz bereits vor der Accetylierung getrocknet wird. So wird der ganze Prozess dank dem geringeren Feuchtigkeitsgehalt im Holz wesentlich effizienter und auch kostengünstiger.

Accoya Holz Terrasse

Wie ökologisch ist dieser Herstellungsprozess von Accoya?

Der Acetylierungsprozess ist keine chemikalische Behandlung, sondern dank dem Einsatz von Essig eine Behandlung natürlicher Herkunft. 

Ein weiterer grosser, ökologischer Vorteil von Accoya ist ausserdem, dass das Ursprungsmaterial, (primär) die Radiata-Kiefer wesentlich schneller wächst und in viel grösseren Mengen vorhanden ist, als andere Holzarten. Für Accoya werden also definitiv keine Tropenwälder geschlagen. Das über den ganzen Lebenszyklus CO2-negative Accoya ist zu guter Letzt zu 100% wiederverwendbar und recycelbar. 

Accoya Holz Terrasse

Welche Vorteile bietet Accoya?

Wie bereits beschrieben ist das modifizierte Holz-Produkt sehr dimensionsstabil. Das heisst, dass es sich in Länge und Breite kaum ausdehnt, zusammenzieht oder auch verzieht. Ein Quellen oder Schwinden lässt sich bei Accoya auch nach Jahren nicht feststellen. Schattenfugen von Terrassenböden bleiben daher langfristig gleichmässig schön. Ausserdem bilden Accoya-Böden (fast) keine Risse oder Speisen (Splitter). Gemeinsam mit den wärmedämmenden Eigenschaften ist ein Accoya-Boden für Barfuss-Fans also perfekt geeignet.

Interessant ist auch, dass durch den Prozess der Acetylierung die Zellstruktur nicht geschwächt wird - im Gegenteil: Accoya wartet mit einer etwas verbesserten Härte und Stabilität auf und auch die Biegefestigkeit bleibt ebenfalls erhalten. In Sachen Dauerhaftigkeit übertrifft somit das in der Dauerhaftigkeitsklasse 1 eingestufte Accoya fast sämtliche Tropenhölzer wie Bankirai, Cumaru und Co. Dass auch der Hersteller von der Qualität überzeugt ist, wird spätestens beim Blick auf die Hersteller-Garantie ersichtlich. Er verspricht bei sachgemässer Montage 50 Jahre Garantie auf über der Erde und 25 Jahre Garantie auf im Untergrund oder im Süsswasser verwendete Accoya-Holzprodukte. Übrigens: Wir gehen im Blog-Beitrag "Diese 5 Vorteile von Accoya solltest du kennen" noch genauer darauf ein. 


Welche Nachteile hat Accoya?

Accoya wird wie in diesem Beitrag beschrieben accetyliert. Diese Modifizierung mit Essigsäure bietet sehr viele Vorteile. Sie bringt jedoch auch Probleme mit sich. Beispielsweise kann man zum Teil den Duft der Accetylierung riechen. Ausserdem besteht durch den Gehalt an Essigsäure Korrisionsgefahr für am Holz anliegende Metallkonstruktionen. Ausserdem ist auch die Behandlung von Accoya-Produkten nicht zu unterschätzen. Wer mehr zu den Nachteilen von Accoya erfahren möchte, liest am besten den Beitrag "Die grössten Accoya Holz Nachteile".


Accoya: Ganz klar eine Empfehlung Wert!

Aus unserer Sicht hat sich die über 80-jährige Forschungsarbeit, die hinter Accoya steckt, gelohnt, denn wir haben Accoya schon unzählige Male in Schweizer Gärten verwendet. Mit Accoya können wir unseren Kunden ein Hochleistungs-Holzprodukt mit sehr tollen Eigenschaften anbieten. Unübertroffene Masshaltigkeit und Haltbarkeit sind dabei nur zwei von ganz vielen Vorteilen dieses Produkts. 

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