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Vinylboden: 10 Dinge, die jeder über diesen Bodenbelag wissen sollte

Der Vinylboden kommt! In der Schweiz wird der Boden als Alternative zu Laminat oder einem Bodenbelag aus Holz (z.B. Parkett) immer beliebter. Doch wer zum ersten Mal etwas von einem Vinylboden hört, der hat - zu Recht - erstmals viele Fragen zu diesem Produkt. Dieser Artikel schafft Klarheit. 


Was ist ein Vinylboden?

Ein Vinylboden ist ein Hochleistungs-Bodenbelag bestehend aus mehreren Schichten, der primär aus Kunststoff besteht. Das Wort Vinyl bezieht sich dabei auf den verwendeten Anteil von Polyvinylchlorid. Dieses thermoplastische Polymer ist eines der am meisten verbreiteten Polymere für Kunststoff.

Wer nun das Wort "Kunststoff" liest, denkt womöglich sofort an einen nicht nachhaltigen Bodenbelag. Tatsächlich ist es so, dass ein Vinylboden nicht aus einem nachwachsenden Rohstoff wie Holz besteht. Dennoch sollte das Produkt genauer betrachtet werden, denn sämtliche Vorteile, die Kunststoff bietet, kommen bei diesem exzellenten Bodenbelag zur Geltung. Entsprechend stehen Vinylböden auch immer mehr in Konkurrenz mit klassischen Bodenbelägen aus Holz wie beispielsweise Parkett.


Vinylboden Aufbau: Diese zwei Arten sind üblich 

Ein Vinylboden besteht immer aus mehreren gepressten Schichten. Dabei gibt es primär zwei unterschiedliche Aufbauten von Vinylböden. Den klassischen, fünflagigen Vinylboden oder den fünflagigen Bodenbelag mit einer Rigid-Schicht.

Der klassische Vinylboden, ein sogenannter Vollvinyl-Boden, ist thermoplastisch. Bei Wärme wird er weich und dehnt sich aus. Im Gegensatz zum Vollvinyl-Boden ist ein Vinylboden mit einer Rigid-Schicht nicht thermoplastisch und damit dimensionsstabil. Ansonsten sind die beiden Bodenbeläge sehr ähnlich aufgebaut. 

Klassischer Vinylboden Aufbau (Vollvinylboden)

  • Vinylschicht / Nutzschicht
  • Dekor
  • Trägerschicht
  • Holzfaserplatte
  • Trittschalldämmung


Vinylboden mit Rigid-Schicht (Aufbau)

  • Vinylschicht / Nutzschicht
  • Dekor
  • Trägerschicht
  • Rigidschicht
  • Vinyl-Gegenzug


Vinylboden Vorteile: Das überzeugt besonders

Ein Bodenbelag aus Vinyl bietet wie eingangs beschrieben etliche Vorteile. So ist ein Vinylboden in unterschiedlichen Optiken erhältlich und eignet sich für verschiedene Zwecke. Diese reichen von der privaten Anwendung bis hin zur industriellen Verwendung.

Dank seiner Feuchtigkeitsbeständigkeit ist ein Vinylboden einerseits sehr pflegeleicht, andererseits eignet er sich auch für die Verwendung in Küche, Toilette oder gar Bad. 

Seine geringe Aufbauhöhe macht den Vinylboden auch gerne mal zum optimalen Bodenbelag für Umbauprojekte mit besonderen Anforderungen an die Aufbauhöhe.

Abschliessend überzeugt der Vinylboden auch durch seine angenehme Haptik und Optik.


Vinylboden Nachteile: Damit müssen Sie rechnen

Ein Vinylboden hat nur wenige Nachteile. Zudem fallen die meisten Punkte je nach Projektanforderung gar nicht ins Gewicht.

Der grösste Nachteil von Vinylböden ist wohl die aufwändige Untergrundvorbereitung, da für den dünnen Vinylboden eine 100% perfekt plane Unterlage zwingend ist. Somit ist ein Vinylboden auch nicht für alle Untergründe geeignet. Unebene, alte Böden können bei einem Umbauprojekt nicht, anders als bei anderen Bodenbelägen, einfach überbelegt werden. Zudem können schwere Gegenstände Beschädigungen hinterlassen.

Abschliessend ist sicherlich das eingangs bereits beschriebene Umwelt-Thema zu nennen. Vinyl ist kein natürlicher und erst recht nicht ein nachwachsender Rohstoff. Somit ist ein Vinylboden weniger umweltfreundlich als beispielsweise ein Parkett aus heimischem Holz. 

Zwar werden nach Ablauf der Lebensdauer einige Vinylboden-Produkte recycliert, aber in den meisten Fällen landen - insbesondere geklebte Varianten - auf der Verbrennungsanlage.

Billige Vinylboden können zudem Weichmacher enthalten, welcher mit der Zeit in die Umwelt gelangt. Glücklicherweise sorgen immer schärfere Richtlinien, beispielsweise auch in der EU, für immer weniger solche Produkte auf dem Markt. 

Meister Vinylboden ohne Vinyl

Bild: Meister bietet mit seinen Designböden eine Alternative zu klassischen Vinylböden. Diese Böden sind komplett Vinylfrei und somit wesentlich umweltverträglicher. Bild-Quelle: Meister


Vinylboden Nutzungsklassen: So finden Sie die richtige Klasse

Wer sich überlegt, einen Bodenbelag aus Vinyl zuzulegen, der sollte sich für die richtige Nutzungsklasse entscheiden. Denn Vinylböden werden je nach Verwendung in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. 

Die Nutzungsklassen lassen sich vereinfacht in eine private (Wohnung), gewerbliche und industrielle Verwendung einteilen.

Nutzungsklasse 2: Vinylboden für private Nutzung / Wohngebäude

  • Klasse 21: Geringe Nutzung wie z.B. Schlafzimmer oder Estrich
  • Klasse 22: Mittlere Nutzung wie z.B. Esszimmer 
  • Klasse 23: Intensive Nutzung wie z.B. Wohnzimmer, Küche


Nutzungsklasse 3: Vinylboden für gewerbliche Nutzung

  • Klasse 31: Geringe Nutzung wie z.B. Kleinbüros oder gewerbliche Nebenräume
  • Klasse 32: Mittlere Nutzung wie z.B. Arzt-Praxis, Boutique
  • Klasse 33: Starke Nutzung wie z.B. Grossraumbüros oder Klassenzimmer in Schulhäuser
  • Klasse 34: Extreme Nutzung wie z.B. Flughäfen


Nutzungsklasse 4: Vinylboden für industrielle Nutzung

  • Klasse 41: Geringe Nutzung bei stehender Tätigkeit wie z.B. Kleingeräte-Werkstatt
  • Klasse 42: Mittlere Nutzung mit unterschiedlichen Tätigkeiten und Verkehr
  • Klasse 43: Starke Nutzung für stark befahrene und intensiv genutzte Produktionsstätten


Bodenbelag Optik: Wie sieht ein Vinylboden aus?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn es gibt Vinylböden in fast allen erdenklichen Varianten und Mustern. Diese reichen von einfarbigen Flächen, über Muster bis hin zu Dekors mit aufwendigen Holz- oder Fliessen-Imitationen. 

Besonders attraktiv sind die beiden zuletzt genannten Optionen. So ist mit einem Vinylboden für Wohnzimmer, Küche und Bad eine Fliesen-Optik genauso möglich wie eine edle Holz-Optik. Das Material lässt sich jedoch stets leicht pflegen - leichter als beispielsweise echter Parkett.


Welche Dielenarten gibt es?

Die Optik eines Vinylbodens wird längst nicht nur durch das Dekor geprägt. Auch das Dielenformat, die gewählte Verlegeart und die Verlegerichtung entscheiden mit, wie der Boden später wirkt.

So kann man Vinylböden beispielsweise auch in der edlen Fischgrat-Variante verlegen. Zudem gibt es unterschiedliche Dielenformate. Diese reichen von breiten, langen Dielen, die gerade bei Holz-Optiken besonders wertig wirken, über kürzere Dielen, bis hin zu fliesenartigen Formaten. Der Kreativität ist also keine Grenze gesetzt.


Vinylboden verlegen: Diese Möglichkeiten gibt es 

Ein Vinylboden kann ähnlich wie ein Parkett, auf zwei unterschiedliche Arten verlegt werden: Schwimmend oder geklebt.

Schwimmende Verlegung 

Für die schwimmende Verlegung ist ein Vinylboden mit Klick-System erforderlich. Dabei lassen sich - wie der Name sagt - die einzelnen Dielen ineinander klicken. Auf diese Art und Weise wird der ganze Boden verlegt.

Der Vinylboden wird dabei nirgends fest befestigt, er liegt aufgrund seines Gewichts schwimmend im Raum und kann sich dadurch frei bewegen. Die unverklebten Dielen können sich so durch Wärme ausdehnen und bei Kälte wieder zusammenziehen. Randfugen nehmen diese Bewegungen auf.

Geklebte Verlegung

Bei dieser Variante wird jede Diele auf den Untergrund festgeklebt. Dabei muss der Untergrund natürlich perfekt plan sein. Festgeklebte Dielen bieten den Vorteil, dass sie durch die Fixierung noch einen Tick robuster sind und bei der Verwendung einer Bodenheizung eine noch optimalere Wärmeübertragung bieten. 


Vinylboden Lebensdauer: So lange hält er durch

Die Lebensdauer von Vinylböden hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Grundsätzlich gibt es wie bei vielen Bauprodukten grundlegende Qualitätsunterschiede. Während günstige Produkte bereits nach nur zehn Jahren (!) ihre Ziel-Lebensdauer erreichen, sind Qualitätsprodukte auf 15 bis 20 Jahre oder gar noch länger ausgerichtet.

Die Lebensdauer hängt jedoch auch entscheidend mit der Nutzungsklasse zusammen. Sprich: Eine der Nutzung entsprechende Nutzungsklasse ist Pflicht. Je nach Nutzungsklasse ist nämlich auch die Nutzschicht entsprechend dünner oder eben dicker. 

Ausserdem unterstützt eine regelmässige Pflege die Lebensdauer jedes Vinylbodens positiv. Wer beispielsweise Unreinheiten wie Sandkörner mit einer zyklischen Reinigung beseitigt, wirkt einer unnötigen, partiell übermässigen Abnutzung entgegen.

Zu guter Letzt empfehlen wir, besonders stark beanspruchte Bereiche (z.B. Radius des Bürostuhls) zu schützen und allfällige Beschädigungen umgehend auszubessern.


Vinylboden Produktauswahl: Was gilt es zu beachten?

Wer sich für einen Vinylboden entscheidet und letztlich ein passendes Produkt auswählen möchte, der sollte nachfolgende Punkte unbedingt bedachten.

Qualität

Ein Vinylboden niedriger Qualität kann sich mit der Zeit verformen und / oder bereits früh erste Abnutzungserscheinungen zeigen.

Passendes Dekor

Anhand von kleinen Einzel-Mustern ist für Kunden oft schwer abschätzbar, wie ein Boden dann komplett ausgelegt wirkt. Profis bieten Ihnen die Möglichkeiten einer Fotovisualisierung an. Fragen Sie bei der Beratung unbedingt danach.

Richtig verlegen

Der schönste und qualitativ beste Vinylboden kann Ärger machen, wenn er nicht fachmännisch verlegt wurde. Lassen Sie sich hierzu beraten und überlassen Sie das Verlegen entsprechend den Profis.


Haben Sie Interesse an einem Vinylboden für Ihr Zuhause oder ein gewerblich genutztes Gebäude?

Kontaktieren Sie uns noch heute. Gerne beraten wir Sie zum Thema Bodenbeläge und Innenausbau persönlich bei Ihnen vor Ort. 

Damit Sie sich optimal für Ihren künftigen Boden entscheiden können, zeigen wir Ihnen selbstverständlich auch Muster und erstellen auf Wunsch eine realistische Fotovisualisierung Ihres künftigen Bodenbelags.

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